• Roland

Mit Gamification zur erfolgreichen Bürgerbeteiligung

Beteiligung darf Spaß machen,

Bürgerbeteiligung ist ein mächtiges Werkzeug. In partizipativen Gesellschaften sind die Menschen gesünder, sicherer und glücklicher. Und eine Regierung, die sich Ihren Bürgern gegenüber öffnet, stärkt damit auch die eigene Position und die Chancen auf Wiederwahl steigen.


Entsprechend überrascht es nicht, dass in den letzten Jahren Regierungen in ganz Europa beschlossen haben, dass sie eine digitale Plattform brauchen auf denen die Bürger an der Politik beteiligt werden sollten.


In vielen Fällen (wobei es auch Ausnahmen gibt) beauftragte die Regierung eine Agentur, die diese Plattform dann programmiert hat. Anschließend wurde sie auf der Homepage der Stadt implementiert. Sie sollten dann als Diskussionsplattform genutzt werden. Oder als Ideenplattform. Oder als Mängelmelder. Und sehr oft als alles zusammen.


Nachdem die Plattform eingerichtet war, passierte dort meistens - nichts. Häufig wurden die Plattformen digitale Wüsten in der nur ab und zu der ein oder andere User vorbeikommt und seine Spuren hinterlässt. Mit repräsentativer und schlagkräftiger Bürgerbeteiligung hat das nichts zu tun.


Der Hauptgrund: Die Plattform ist nicht aktivierend. Es gibt kaum Features, die den User dazu bringen könnten, mehr als einmal etwas beizutragen.


Dabei ist die Lösung für dieses Problem schon lange bekannt. Zumindest in der Privatwirtschaft. Sie heißt: Gamification.


Laut Wikipedia ist Gamification “[...] die Anwendung von Spieledesignprinzipien, Spieledesigndenken und Spielemechaniken auf spielfremde Anwendungen und Prozesse, um Probleme zu lösen und Teilnehmer zu engagieren. Ziel ist eine Motivationssteigerung der Benutzer, mit den Anwendungen verstärkt zu interagieren oder erwünschte Verhaltensweisen anzunehmen


Oder in anderen Worten, verbinde die Partizipation mit Spaß und die Beteiligung wird nach oben gehen. Funktioniert bei Facebook, Instagram & Co. aber auch bei online Bürgerbeteiligung.


Beispiele für Gamification und online Bürgerbeteiligung


Man könnte mit simplen Elementen anfangen. Zum Beispiel mit einem “upvote” System für die Beiträge anderer User. Der beliebteste Beitrag könnte ganz oben auf der Seite stehen. Das triggert den Wettbewerbs- den Erfolgs- , den Status- und den Sozialisierungsimpuls.

Man könnte auch ein Benachrichtigungssystem einführen, bei dem die kleine rote Zahl erst verschwindet, wenn alle Aufgaben erledigt sind. Damit wird der Beherrschungsimpuls angesprochen. Der reagiert übrigens auch auf Fragebögen und ausfüllbare Profil-Informationen.


Natürlich funktionieren auch aufwändigere Maßnahmen. Zum Beispiel ein Quiz rund um die eigene Gemeinschaft und Bürgerbeteiligung. Oder eine “30-Tage Challenge”, um die online Aktivitäten auch in die offline Welt zu bringen. Man kann auch groß denken und eine Art “Sim-City” der eigenen Stadt implementieren, um den Bürgern die Komplexität von Politik nahe zu bringen. Es gibt also unzählige Möglichkeiten, Bürgerbeteiligungsprojekte durch spielerische Elemente spaßig, aktivierend und damit erfolgreich zu machen.


Unsere Erfahrung mit Gamification bei digitaler Bürgerbeteiligung


Wir bei Civocracy nutzen schon seit einiger Zeit Gamification-Elemente, um die Beteiligungsrate in unseren Projekten zu erhöhen.


Bestes Beispiel: Monheim am Rhein. Dort nutzen wir ein Modul bei dem jeder Bürger Ideen für die Stadt einrichten kann aber nur wenn die eigene Idee 50 Upvotes der anderen Bürger erhält, erreicht diese Idee die nächste Stufe und es kann über sie diskutiert werden und wird von der Stadtverwaltung geprüft.


Der Effekt dieses Systems ist nicht nur, dass viele Menschen Ideen einreichen. Sie bringen auch Ihre Freunde und Familie dazu, sich auf der Plattform anzumelden. Außerdem melden sie sich selbst regelmäßig an, prüfen, wo die eigene Idee steht und beteiligen sich an den Diskussionen.


Und diese hohe Beteiligung führt in Monheim auch zu dem, worum es am Ende immer geht: sichtbare Ergebnisse. Schon drei eingereichten Ideen wurden oder werden von der Stadt umgesetzt.


So geht es weiter


Ist damit die Geschichte beendet? Hat Civocracy die endgültige Lösung für Gamification und Bürgerbeteiligung? Leider nicht - auch wenn wir uns das wünschen würden. Niemand hat den Code komplett geknackt.


Denn nicht alles was in der Wirtschaft funktioniert lässt sich auf den öffentlichen Sektor übertragen. Wünsche und Ziele der Beteiligten sind ganz andere wenn es um Politik geht.

Der öffentliche Sektor und die digitale Bürgerbeteiligung braucht individuelle Lösungen.

Für uns bei Civocracy heißt das, dass wir immer tiefer in das Thema eintauchen und noch bessere Lösungen für eine optimale Beteiligung finden müssen. Aber ganz sicher wird Gamification auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.


Falls Sie wissen wollen, wie Gamification Ihr Bürgerbeteiligungsprojekt zum Erfolge füren kann, melden Sie sich bei uns unter contact@civocracy.org